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Die Geschichte des Lottos in Deutschland

Ob Jung oder Alt – das Wort „Lotto“ ist fast jedem in Deutschland ein Begriff. Kugeln, Ziehungen, 6 aus 49. Das können viele damit in Verbindung bringen. Und so mancher hat schon aufgeregt die Ziehungen im Fernsehen verfolgt, als diese noch übertragen wurden. 

Doch wie hat das alles angefangen? Seit wann gibt es Lotto in Deutschland eigentlich? Und woher kommt das Wort Lotto?

Die letzte Frage kann ganz einfach beantwortet werden. Das französische Wort lot bedeutet „Anteil“, aber auch „Glücksspiel“ und wurde im Italienischen zu lotto. Im Deutschen hat man diesen Begriff übernommen. Aber auch die Bezeichnung Lotterie wird verwendet.

Die ersten Lotterien wurden in Italien und England gespielt. Eine der ersten großen Lotterien auf deutschem Boden fand bereits 1624 in Hamburg statt, 1773 konnte ein großes Bankhaus in Braunschweig damit bereits bedeutende Gewinne machen. 

Aber die zunehmende Beliebtheit des Lottos hatte nicht nur positive Folgen. Manche sahen das Lottospiel als etwas Unmoralisches an, wie etwa Herzog Karl Wilhelm Ferdinand von Braunschweig, der die von seinem Vater ins Leben gerufene Lotterie wieder abschaffte. Auch die Lotteriebetreiber nahmen es mit der Ehrlichkeit nicht immer so genau. Das oben erwähnte Bankhaus zum Beispiel streute Gerüchte über unfassbare Gewinne, um das einfache Volk für das Lottospiel zu begeistern. Zu guter Letzt nutzen auch sogenannte Lottopropheten den Boom und warben mit verschiedensten Möglichkeiten, die richtigen Zahlen genau zu berechnen. 

Es gab schließlich mehrere Landeslotterien in Deutschland, die Anfang des 20. Jahrhunderts weiter zusammengefasst wurden, etwa zur Hessisch-Thüringischen Staatslotterie. Am 30. Juni 1955 gründeten mehrere Bundesländer den Deutschen Lottoblock.

Die erste gemeinsame Ziehung von Lottozahlen in der Bundesrepublik Deutschland fand am 9. Oktober 1955 in Hamburg statt. Dabei wurde die bekannte Spielformel „6 aus 49“ angewandt. 

In der Folge schlossen sich weitere Bundesländer dem Deutschen Lottoblock an, nach der Wiedervereinigung schließlich auch 1992 die neuen Bundesländer.

Im Laufe der Zeit hat es leichte Anpassungen beim bekannten „6 aus 49“ gegeben. So hatte das Lotto am Mittwoch die ersten vier Jahre, 1982-1986, die Spielformel „7 aus 38“, ehe sie zu „6 aus 49“ geändert wurde. 1991 wurde die Superzahl eingeführt, da es nach der Wiedervereinigung nun mehr Spieler gab und so die höchsten Gewinnklassen nicht so leicht zu knacken waren. Die beiden Zusatzlotterien Spiel 77 und Super 6 wurden in den 1970ern. Bzw. 1990ern eingeführt. Im Mai 2013 gab es mehrere Neuerungen beim Lotto „6 aus 49.“  Unter anderem wurde die Zusatzzahl durch die Superzahl ersetzt und es wurde eine neue Gewinnklasse eingeführt. Letztere erhöhte die Gewinnchancen der Spieler. Seit Juni desselben Jahres findet die Ziehung der Lottozahlen auch nicht mehr im Fernsehen statt, sondern als Internet-Livestream.

Auch wenn es mittlerweile Konkurrenz durch internationale Lotterien und Online-Angebote gibt, ist das Lotto „6 aus 49“ der Klassiker in Deutschland.